Am Dorfgeschehen und an der Dörflichen Gemeinschaft hat die Feuerwehr einen sehr hohen Anteil. In erster Stelle steht die hoheitliche Aufgabe des Brandschutzes und die Abwendung von Gefahren für Mensch und Tier. Diese Aufgabe hat sich im Laufe der Jahrzehnte grundlegend verändert was Gerätschaften und Ausbildung sowie Einsätze betrifft. Im Sinne der Dörflichen Gemeinschaft übernimmt sie noch viele andere Aufgaben. Beim Martinszug, bei der Fronleichnahmprozession, bei Radrennen oder sonstigen Veranstaltungen sorgt die Wehr für Sicherheit und Begleitung. Für einen feierlichen Rahmen bei Jubelfesten sorgen die Fackelzüge.

Der Ort war bis in die 70er Jahre ein reines Bauerndorf mit einigen Handwerkern und Bahnarbeitern.
Durch die Ansiedlung von größeren Firmen wie Streif, Stihl und Bauelemente in Weinsheim , gewann der Ort an großer Bedeutung als Arbeitgeber für die ganze Region. So konnten ab den 70er Jahren immer mehr Arbeitsplätze angeboten werden. 1991 stellte die Gemeinde ca. 2000 Arbeitsplätze zu Verfügung. Durch die Industriealisierung stiegen die Anforderungen an Technik und Ausbildung an die Wehr erheblich.
1909 wurde die sogenannte Dorfwehr gegründet. Zur Ausrüstung gehörten eine Brandleiter, wenige
Schläuche, ein Stahlrohr und eine große Spritze. Da die Wasserentnahme aus der Wasserleitung bei größeren Bränden nicht genügte wurde ein Brandweiher angelegt.
1929 kam es dann zur Gründung de Freiwilligen Feuerwehr Weinsheim. Hauptinitiatoren dafür waren Anton Morgens und Jakob Michels. Jakob Michels wurde zum ersten Brandmeister gewählt. Dieses Amt begleitete er bis Kriegsende. Gründungsmitglieder waren
Valentin Backes, Johann Johanns, Wilhelm Kill, Willi Kläsges, Nikolaus Meyer, Peter Meyer, Johann
Meyers, Heinrich Schmitz, Johann Schroden, Nikolaus Serwas und Heinrich Wiehagen.
1931 entstand die Feuerwehrkapelle, die leider nach dem Krieg nicht wieder auflebte.
Die Gerätschaften waren sehr bescheiden. Das wichtigste Stück war die altehrwürdige 8- Mann- Druckspritze, die noch mit Eimern gefüllt wurde. 1929 wurden Helme und Gurte, 1936/37 Uniformen
angeschafft. Während der Kriegsjahre war der Feuerwehrdienst fast unmöglich. Nach Kriegsende blieb zunächst keine Zeit zum Neuaufbau der Feuerwehr. Der Wehrführer wurde amtsenthoben. Erst
1948 kam es zur Neuorganisation der Wehr. Zug um Zug wurde wieder aufgerüstet. Das Amt des Wehrführers übernahm Johann Johanns von 1948 bis 1954. Weitere Wehrführer waren Thomas Krost (1954-1962), Jakob Krost (1962-1972), Josef Johanns (1972-1987), Peter Krost (1987-2004) und seit 2004 Theo Lenz .
Die Industrieansiedlung im Ort stellte die Ortswehr vor neue Aufgaben, was die technische Ausstattung anbelangte. Ein ausrangierter Bulli, Baujahr 1981 als Geschenk der Fa. Streif wurde umgebaut und diente nun als Einsatzfahrzeug. Bedingt durch immer mehr Gerätschaften stiegen die Anforderungen an die Gerätehäuser. Von den Anfängen bis ins Jahr 1936 wurde ein Anbau im Hause Morgens im Oberdorf als Geräteraum benutzt. 1936 entstand beim Hause Johanns im Mitteldorf ein neues Gerätehaus. 1975 wurde im Zusammenhang mit dem Neubau eines Kühlhaus es das jetzige Gerätehaus gebaut. Im Laufe der Jahre wurde in Eigeninitiative der Feuerwehr aus einer Halle ein richtiges Gerätehaus mit Schulungsraum, Spinden, Toiletten und Jugendraum. 1980 wurde die Feuerwehrfahne beim Jubiläumsfest feierlich eingeweiht. Als Paten dienten Morgens Hans-Gerd und Altendorf Sieglinde. 1987 übernimmt die Feuerwehr die Begleitung und Sicherung des Martinzugs. Die Bereitstellung von Funkgeräten erfolgte 1988. Im Jahre 1989 wurde der Verbandsfeuerwehrtag anlässlich des 60-Jährigen Bestehens gefeiert. Mit der Freischaltung der funkgesteuerten Sirenenalarmierung am 01.10.1989 verbesserte sich die Ausrüstung. Die FFW erhielt in diesem Jahr auch die Berechtigung als Gemeinnütziger Verein. 1990 besuchten die Wehrmänner die Werksfeuerwehr der Bayer-Werke in Uerdingen. Ein weiterer technischer Fortschritt war 1991 die Ausrüstung mit Atemschutz. Im Jahr 1993 wurde beschlossen, eine Jugendwehr ins Leben zu rufen. Mit der Anschaffung des Löschfahrzeugs LT-50 TSF-W im Jahre 1995 konnte man nun den gestiegenen Anforderungen gerecht werden. Der Besuch der Werksfeuerwehren von Bayer in Uerdingen 1990 und BASF in Frankfurt-Höchst 1998 war sehr informativ und ist in guter Erinnerung geblieben. Eine große Herausforderung für die Feuerwehrkameraden stellte die Ausrichtung des Kreisjugendzeltlagers der Jugendwehren dar. Dank einer sehr guten Organisation verbrachten ca. 900 Jugendliche eine Woche mit viel Spaß in Weinsheim . Die Sparmaßnahmen der VG machten auch im Feuerwehrwesen nicht halt. Unser „ Altes Feuerwehrauto“ ist nur durch die ständigen Reparaturen in Eigeninitiative noch zu benutzen. Viele Teile der Ausrüstung wurden im Laufe der Jahre durch die Kameraden selbst angeschafft. 2010 wurden seitens der VG aufgrund von Sparmaßnahmen 2 von 6 Atemschutzgeräten eingezogen. Spenden der hiesigen Firmen ermöglichte wieder die Anschaffung 2 neuer Geräte in Eigentum der Feuerwehr Weinsheim . Auch hier sieht man die Wertstellung der Wehr innerhalb der Firmen. Bis auf unseren Bulli ist die Wehr technisch durch ein Fahrzeug mit Wasser, dem Atemschutz sowie Funk sehr gut gerüstet. Alle Kameraden sind gerne bereit Lehrgänge zu absolvieren. In naher Zukunft stehen wieder 2 große Projekte an. 2012 wird im Zusammenhang mit dem Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses auch das längst fällige neue Feuerwehrgerätehaus gebaut. Hier gilt es, durch viel Eigenarbeit die Kosten zu senken. Desweiteren wird dringend Ersatz für unseren mittlerweile sehr kranken Bulli gebraucht, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann . Erfreulich ist die personelle Entwicklung. Entgegen der rückläufigen bundesweiten Zahl der aktiven Feuerwehrkammeraden können wir in den letzten Jahren einen stetigen Zuwachs verzeichnen. Zum jetzigen Zeitpunkt bilden 28 gut ausgebildete aktive Mitglieder die Grundlagen der Anforderungen des Feuerwehrwesens, was auch auf die gute Arbeit in der Jugendwehr hinweist.