Karneval in Weinsheim wird seit vielen Jahren groß geschrieben. Im Jahre 1977 wurde der Weinsheimer Karnevalsverein gegründet und mit Ihm der Beginn des Sitzungs- und Straßenkarnevals in Weinsheim. Auf diesen Seiten finden Sie historische und aktuelle Bilder, interessante Informationen und Berichte sowie eine Chronik des WKV.


Weinsheimer Karnevalsverein -- Chronik
Die Wurzeln des Weinsheimer Karnevalsvereins liegen in der Session 1977/1978. Es war zwar schon zu spät, eine eigene Kappensitzung zu organisieren, aber unter dem Motto „Finanzspritze“ stellte man am Rosenmontagszug in Prüm einen Karnevalswagen. In der darauf folgenden Session wurden dann auch die ersten närrischen Sitzungen (Kappensitzung, Kinderkarneval) abgehalten. Am 13.10.79 konnte der Weinsheimer Karnevalsverein e.V. 1979 nun auch offiziell eingetragen werden. Erster Vorsitzender wurde Egon Krost. Im Jahre 1980 startete der WKV dann richtig durch: Neben der Kappensitzung und dem Kinderkarneval im Saale Kirst wurde auch ein eigener Umzug in Weinsheim auf die Beine gestellt. Zusätzlich nahmen die Weinsheimer Karnevalswagen auch am Rosenmontag beim Umzug in Prüm teil. Bis zu acht Karnevalswagen stellten die Weinsheimer Narren in jenen Jahren. Die Ideen schienen nicht auszugehen und alle waren mit sehr viel Enthusiasmus und Engagement bei der Sache. Im Jahre 1982 wurde die Kappensitzung und der Kinderkarneval dann in der neuen Turnhalle veranstaltet. Diese bot mehr Zuschauern Platz und zum ersten mal stellte man einen Elferrat. Der Weinsheimer Karneval erlebte seine Blütezeit mit eigenem Umzug und den immer prunkvoller werdenden Sitzungen für Groß und Klein. Im Jahre 1984 übertrug sogar ein kleiner privater Fernsehsender namens RTL die Weinsheimer Kappensitzung. Privatfernsehen in Deutschland steckte in den Kinderschuhen – die Weinsheimer Karnevalisten waren auf dem Höhepunkt.
1988 dann folgte die große Zäsur. Der damalige Vorstand des WKVs trat zurück und auch der langjährige Sitzungspräsident Hans Schmitt verkündete seinen Abschied. Dieser Einschnitt führte beinahe zum Ende des Karnevals in Weinsheim, denn 1989 sollte keine Sitzung und auch kein Umzug mehr in Weinsheim stattfinden. Mit jeder Menge Galgenhumor ausgestattet schaffte man es dennoch, einen Wagen für den Umzug in Prüm zu bauen. Man stellte kurzerhand einen Sarg auf den Wagen und trug den WKV symbolisch zu Grabe. Doch der WKV war noch nicht tot, denn auch diese Zeit wurde überstanden. Mit Georg Schmitz an der Spitze formierte sich ein neuer Vorstand und wegen der ausgefallenen Kappensitzungen beschloss man, ein Theaterstück aufzuführen. Im März 1989 fand die erste Aufführung in der Turnhalle statt. Von nun an sollten im jährlichen Wechsel Theater und Sitzungskarneval durchgeführt werden. Und aus diesem Grund findet die Kappensitzung seit 1990 nur noch alle zwei Jahre in Weinsheim statt. Die Sitzungspräsidenten wechselten seither öfter. Und neben Hermann Meyer (1990 - 1994) , Georg Schmitz (1998) und Günter Meyer (2000, 2002, 2006) ergriff auch das närrische Weibsvolk das Zepter und so stellte in den Schaltjahren 1996 mit Marita Lichter und 2004 mit Claudia Johanns die Damenwelt die Präsidentschaft. Beim Kinderkarneval übernahmen die „Kids“ zwischenzeitlich selber die Leitung. Martina Krost und danach Mike Schlotterer führten durch die Sitzungen der Kleinen. Die Theatergruppe hat sich zwar mittlerweile vom WKV gelöst, doch der Rhythmus, die „große“ Kappensitzung nur alle zwei Jahre abzuhalten, hat sich bewehrt. Das gilt nicht für den Kinderkarneval. Die Kleinen sind immer mit größter Freude dabei und deshalb organisiert der WKV mittlerweile wieder jedes Jahr eine „kleine“ Sitzung. Auf Jochen Meyer folgte Michael Kill als Sitzungspräsident.
Den Straßenkarneval in Weinsheim konnten man jedoch nicht mehr reaktivieren und doch sind die Weinsheimer in jedem Jahr mit eigenen Karnevalswagen bei den Umzügen in Olzheim und Prüm am Start.
Auch im Vorstand tat sich in diesen Jahren viel. Die einstigen Gründungsväter des WKVs sind nicht mehr aktiv, neue Kräfte rückten nach. Erst führte Klaus Lenz den WKV, später übernahm Peter Krost den Vorsitz und schaffte es mit allen Helfern durch großen Einsatz, das bunte karnevalistische Treiben Jahr für Jahr aufs Neue zu organisieren. Peter Krost war es auch, der dafür sorgte, dass es seit 2002 in Weinsheim wieder eine „Kirmesmusik“ gibt. Dann im Jahre 2004 der Schock. Peter Krost verstarb plötzlich und viel zu früh. Er war stets mit viel Engagement und großem Einsatz dabei und nun stand der WKV vor der schwierigen Aufgabe, diese große Lücke irgendwie zu schließen. Seit 2005 ist Klaus Keil der erste Vorsitzende und führt den WKV mit seinen mittlerweile vielfältigen Aufgaben. Die Gardetanzgruppen bieten den Kindern fast rund ums Jahr sportliche Aktivität, und die Möglichkeit, nicht nur an den hiesigen Kappensitzungen das Einstudierte vorführen zu können, denn auch Auftritte bei Tanzwettbewerben oder auswärtigen Sitzungen gehören mit zum festen Programm. Bei den Karnevalsumzügen gehen inzwischen ganze Familien mit und die Kappensitzung und der Kinderkarneval sind nach wie vor ein Höhepunkt im närrischen Kalender. Und daneben steht dann auch noch jedes Jahr die Kirmes an, wo der WKV mit einem ausgeglichenen Programm für alle Altersgruppen was dabei hat. Neben der „Novemberrock-Party“ freitags gibt es samstags die Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen.
Bleibt zu hoffen, dass auch in der Zukunft Weinsheim karnevalistisch bleibt, so dass der WKV das stramme Programmangebot halten kann.
In diesem Sinne: Wengsem Helau!